Festgeldanlage
Festgeldanlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass Kapital für eine festgelegte Laufzeit angelegt wird und der Zinssatz für die gesamte Anlagedauer festgeschrieben wird. Das Risiko einer solchen Anlage ist minimal, da die Einlagen über den Einlagensicherungsfond des jeweiligen Bankenverbandes abgesichert sind, was für jeden privaten Geldanleger in der Praxis eine Garantie über die gesamte Summe bedeutet. Diese Form der Einlagensicherung geht über die gesetzlich vorgeschriebene minimale Absicherung hinaus und wird von allen allgemein bekannten Banken und Sparkassen angeboten, lediglich einige relativ unbekannte regionalen Banken oder Privatbanken bieten nur den gesetzlichen Schutz. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine gezielte Nachfrage.
Da bei der Anlagensicherheit also keine Fallstricke lauern, kann der Vergleich der verschiedenen Anbieter sich auf die angebotene Rendite konzentrieren. Neben den Zinsen sind dabei auch mögliche anfallende Gebühren zu beachten. Insbesondere Direktbanken, aber inzwischen auch viele Filialbanken, bieten Festgeldkonten meist gebührenfrei an, allerdings ist auch hier eine Klärung im Einzelfall erforderlich. Versteckte Gebühren können allenfalls durch das Referenzkonto entstehen, über das Ein- und Auszahlungen abgewickelt werden. Allerdings wird der Kunde hierzu meist sein Girokonto nutzen, auf dem für normale Überweisungen im Regelfall keine gesonderten Gebühren anfallen. Im Falle einer ausländischen Festgeldanlage sind diese Gebühren jedoch zu beachten.
Die von den unterschiedlichen Geldinstituten angebotenen Festgeldkonditionen sind meist an einen minimalen Anlagebetrag gekoppelt, bisweilen auch auf eine Maximalsumme begrenzt. Die Zinsen sind höher, wenn sich der Kunde für eine längere Anlagedauer entscheidet. Bei langfristigen Anlagen mit bis zu zehnjähriger Laufzeit sollte beachtet werden, dass das gegenwärtige Zinsniveau sehr niedrig ist. Ob daher trotz der geringeren Zinsen eine kurzfristigere Anlage vorzuziehen ist um auf bessere Konditionen bei eine erneuten Anlage in der Zukunft zu spekulieren, ist selbstverständlich eine individuelle Entscheidung des Kunden. Die angebotenen Laufzeiten reichen von einem Monat bis zu den erwähnten zehn Jahren. Bezüglich des genauen Vorgehens am Ende der Laufzeit ist ein genauer Blick ins Kleingedruckte erforderlich. In einigen Fällen verlängert sich der Festgeldvertrag automatisch um die ursprünglich vereinbarte Dauer, falls nicht vor Ablauf eine anderweitige Order erteilt wird. Insbesondere bei längerfristigen Anlagen kann hier eine böse Überraschung lauern.
In den Vergleich sollten auch die Bedingungen für eine vorzeitige Kündigung des Festgeldkontos einbezogen werden. Die Frage ist dabei nicht, ob das teuer wird, denn das ist immer der Fall. Neben einer rückwirkenden Kürzung der Zinsen für die gesamte Laufzeit werden sogar noch zusätzliche Gebühren berechnet. Wichtig kann im Notfall aber sein, dass eine solche vorzeitige Kündigungsmöglichkeit überhaupt vereinbart ist, denn nur dann kann der Kunde vor Ablauf der vereinbarten Anlagefrist überhaupt über sein Geld verfügen.